Zeitumstellung – Spart die Umstellung wirklich Energie?

Vergangenes Wochenende wurden die Uhren um 2:00 Uhr wieder um genau eine Stunde vorgestellt. Das Ziel der Zeitumstellung zwischen Sommer- und Winterzeit soll bewirken, dass weniger Energie verbraucht wird. Grund für die Einführung der Zeitumstellung ist ein geschichtlicher Hintergrund. Doch spart die die Unterscheidung zwischen Sommer- und Winterzeit wirklich Energie?

Die Einführung der Sommer- bzw. Winterzeit hatte das ursprüngliche Ziel Strom bzw. im Allgemeinen Energie zu sparen. Die Überlegung dahinter bezieht sich auf den allgemeinen Tagesrythmus der einzelnen Haushalte. Durch Nutzung von z.B. künstlicher Beleuchtung in den Abendstunden ensteht in Jahreszeiten mit weniger Sonnenstunden ein erhöhter Energieverbrauch. Die Idee der Sommer- und Winterzeit sollte genau diesen Rythmus so verbessern, dass weniger Energie benötigt wird.


Der geschichtliche Hintergrund

Schon vor langer Zeit hat Benjamin Franklin die Idee der Sommerzeit so formuliert und begründet. Eingeführt wurde die Sommerzeit erstmals während des ersten Weltkriegs, in der Hoffnung Energie zu sparen. Die gesparte Energie wurde für die Kriegswirtschaft benötigt. Kurz nach der Kriegszeit wurde diese jedoch großteils wieder abgeschafft. Einzelne Staaten führten Versuche durch und experimentierten mit der Zeitumstellung. Als der zweite Weltkrieg ausbrach, wurde die Sommerzeit in Österreich und Deutschland wieder eingeführt. Auch während des zweiten Weltkriegs sollte die Zeitumstellung Energie sparen. Mit Ende des Krieges wurde auch damals in fast allen Ländern die Sommerzeit wieder abgeschafft.


Wiedereinführung der Sommerzeit

Frankreich führte 1976 in Folge der Ölkrise wieder die Sommerzeit ein. Mit ein paar Jahren Verzögerung zogen die europäsche Staaten mit der Wiedereinführung nach. In Deutschland wurde die Sommerzeit 1980 wieder eingeführt. Somit löste die Ölkrise der 70er Jahre den Impuls aus, die Zeitumstellung erneut umzusetzten. Ausschlaggebend waren damals nicht nur die Energiespargründe sonder viel mehr eine harmonisierte Regelung zwischen allen europäischen Staaten zu schaffen. Zu dieser Zeit wollte man dem schnell wachsenden Binnenmarkt keine zusätzlichen Hindernisse entgegensetzen. Die letzten Staaten führten 1996 die Sommerzeit wieder ein und glichen somit die Zeit in der ganzen EU vollständig miteinander an.


Energieersparnis durch Zeitumstellung?

Die Reduzierung des Energieverbrauchs durch die Sommerzeit ist heute sehr umstritten und konnte noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden. Sicher ist, dass viele verschiederne Faktoren in unserem Alltag den Verbrauch stakr beeinflussen. Experten behaupten, dass heutzutage der Energieverbrauch durch die Sommerzeit sogar erhöht wird. Grund dafür ist unser hoher Lebensstandard. Die künstliche Beleuchtung, welche die Ersparnisse erzielen sollte, verbraucht aufgrund moderner Technologien nur einen kleinen Teil vom Gesamtverbrauch. Viel mehr Energie wird durch steigende Freizzeitaktivität und erhöhter Heizbedarf benötigt. Zusätzlich wird viel Energie im Sommer für die Klimatisierung von Gebäuden benötigt. Diese Faktoren sind heutzutage viel ausschlaggebender und verursachen dadurch einen höheren Energieverbrauch. Auch wenn im Sommer in den Abendstunden weniger oft das Licht aufgedreht wird, muss im Gegensatz im Frühling und Herbst in den Morgenstunden früher geheizt werden – Unterm Strich gibt es durch die Sommerzeit alleine keine Energieersparnis.


Auswirkungen der Zeitumstellung?

Abgesehen von dem Energiekonzept bewirkt die Sommerzeit noch folgende nicht zu vernachlässige Auswirkungen:

  • gesundheitliche Probleme – Schlafstörungen | erhöhtes Herzinfakt-Risiko
  • erhöhte Unfallzahl – statistisch ereignen sich 20% mehr Unfälle am Montagmorgen nach der Zeitumstellung
  • Tiere – Haus- oder Landwirtschaftstiere werden durch die Verschiebung ihres tägliche Rythmuses negativ beeinflusst
  • Kinder – besonders Kinder leiden an Konzentrationsproblemen aufgrund des Schlafmangels

Fazit

Gegen die grundlegende Idee des Energiesparens durch Reduzierung des künstlichen Lichts ist sicherlich nichts einzuwenden. Zusätzlich muss berücksichtigt werden, dass Anfang des ersten Weltkriegs die benötigte Energie für die Belichtung eine höhere Gewichtung hatte. In der heutigen Zeit ist der Verbrauch für Heizung, Klima, Freizeit, usw. im Vergleich viel höher als der Verbrauch der Beleuchtung, deshalb ist unserer Meinung nach die Zeitumstellung heute nicht mehr sinnvoll.

 

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