Erneuerbare Energie – Erste Zweifel am Regierungsziel

Wie schon in einem anderen Beitrag berichtet, soll bis 2030 in Österreich 100% des Strombedarfs aus erneuerbaren Energiequellen  erzeugt werden. Die „Energie-Wirtschaft“ zweifelt stark an dem gesetzten Regierungsziel und verlangt realistische Ziele. Man beteuert, dass eine Stromversorgung aus 100% erneuerbare Energie nur sehr schwer umzusetzen wäre. Besonders betont wird dabei, dass organisatorische und ökonomische Bedingungen dafür noch nicht ausreichend vorhanden sind.

In Österreich stammen rund 75% des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien. Bis 2030 soll dieser Anteil 100% betragen, so die Regierung. Die E-Wirtschaft zweifelt jedoch stark an dieser Energie- und Klimastrategie. Die Ziele seien nicht in diesem Zeitraum umsetzbar und nicht realistisch, so die Kritik. Es werden detaillierte und ausführliche Analysen und Berechnungen zur Machbarkeit und Leistbarkeit der Regierungsziele gefordert.


100% erneuerbare Energie

Ursprünglich sollte bis 2030 der Anteil der erneuerbaren Energie auf 85% angehoben werden. Damit diese Ziel erreicht werden kann, müssten zusätzlich 20 Terrawattstunden (TWh) aus Windkraftanalgen, Wasserkraftwerken oder PV-Anlagen erzeugt werden. Insgesamt werden in Österreich rund 88 TWh Strom im Jahr verbracuht. Um einen Anteil von 100% zu erreichen wären rund 35 TWh Mehrleistung erforderlich. Die erforderliche Leistung der Wasserkraftwerke soll um 6 bis 8 TWh, Strom aus Windkraftanlagen um erstaunliche 15 TWh und Photovoltaik um satte 14 TWh erhöht werden.


Rückblick

 

Im Jahr 2016 betrug der Stromverbrauch in Österreich 72.80 TWh (inkl. Nettostromimporte). Die Anteile des grünen Strom´s betrugen 40.80 TWh aus Wasserkraft, 5.40 TWh aus Windkraft und 1.10 TWh aus PV-Anlagen. Somit wurde 2016 rund 65% des Stromverbrauchs „sauber“ erzeugt.

 

 


Auswirkungen

Derzeit kostet eine Megawattstunde (MWh) ca. 35 Euro. Projekte zur Realisierung von 100% Ökostrom sind aufgrund der betriebwirtschaftlichen Fakten nicht möglich. Ein derartiger Ausbau der erneuerbaren Energieerzeugung sollte marktgetrieben erfolgen, ansonst könnten Investionen auf Dauer gehemmt werden. Experten warnen aufgrund dieser Vorhaben vor starken negativen Preiseffekten. Ein massiver Ausbau der von „grünen“ Kraftwerken würde parallel einen Ausbau der Stromnezte sowie mögliche Speicher- und Kompensationskapazitäten bedeuten. Diese Investitionen in die Infrastruktur des Stromnetzes werden nur dann erfolgen, wenn diese sich als wirtschaftlich erweisen.


Fazit

100% Strom aus erneuerbarer Energie bis 2030 wäre in Österreich theoretisch möglich und sollte grundsätzlich aus ökologischer Sicht auch befürwortet werden. Zu beachten sind auf alle Fälle die Auswirkungen auf die Infrastruktur des österreichischen Stromnetzes. Aufgrund von übertriebenen Baumaßnahmen könnte es zu einem starken Preisanstieg kommen, welches vorallem für Endkunden sehr ärgerlich wäre. Branchenkenner bezeichnen die Ziele der Regierung als „überaus ambitioniert“.

 


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