Energieeffizient Bauen – Die Grundlagen des Hausbau

Du planst gerade dein Traumhaus? – Energieeffizient zu bauen ist gesetzlich vorgeschrieben und wird mit staatlichen Förderungen belohnt. Abgesehen von den genormten Mindestanforderungen sind viele weiter Faktoren für ein effizientes Gebäude entscheidend. 


Grundstück – die Basis

Der erste entscheidende Faktor um energieeffizient zu bauen ist der Bauplatz des Gebäudes. Abgesehen von der geografischen Lage sollte besonders die Beschaffenheit des Grundstücks beachtet werden. Ebene Flächen können anders bebaut werden als Hanglagen. Bei einem Haus in Hanglage ist das Untergeschoß (Keller) meist nur auf einer Halbseite mit Erdreich umgeben, auf ebener Fläche verschwindet der Keller zur Gänze im Erdreich. Dies hat Auswirkungen auf die U-Werte der Außenwände und somit in Folge auch auf den Energieverbrauch der Raumheizung. Erdberührte Bauteile weisen bei gleicher Wärmedämmung einen deutlich besseren U-Wert auf.

Weiters sollte geprüft werden ob Altlasten bzw. umweltgefährdende Stoffe, wie z.B. Chemikalien, Öl oder Bauabfälle, sich auf dem Grundstück befinden. Diese tragen nicht nur zur Umweltverschmutzung bei, sondern müssen kostenintensiv beseitigt werden. Oft lohnt sich die Investition in ein Bodengutachten von einem Geotechniker.

Der wohl wichtigste Faktor ist Ausrichtung des Grundstücks bzw. die Ausrichtung des Gebäudes selbst. Dabei spielen die Himmelsrichtungen eine große und entscheidende Rolle. Wenn möglich sollte das Gebäude mit der möglichst größten Außenfläche Richtung Süden zeigen. Warum? – Dadurch wird das ganze Jahr die solare Strahlung der Sonne ohne weitere Aufwendungen genützt. Weitere Vorteil ist, dass auch diverse Solaranlagen somit automatisch optimal nach Süden ausgerichtet werden können. Außerdem sollte sichergestellt sein, dass das Gebäude nicht von anderen größeren Objekten, wie z.B. Bäumen oder anderen Gebäuden, verschattet wird.

(c)Das Haus Online

Bauform – Klassiker oder Bauhausstil

Ob Passivhaus, Niedrigstenergiehaus, 100%-Sonnenhaus oder doch ein klassischer Bau nach den Richtlinien der Energieeinsparungsverordnung (EnEV) – im Grunde sind hinsichtlich der Energieeffizienz keine Grenzen mehr gesetzt. In der Praxis entscheidet in der Regel aber nicht der nachhaltige Gedanke, sondern die Wirtschaftlichkeit.

Die zurzeit weitverbreitetste Bauform ist der Bauhausstil; modern, zeitlos und effizient. Die kubusförmigen Bauwerke reduzieren die Wärmeverluste nach außen und minimieren zugleich die Heizkosten. Typisch für moderne Bauten sind auch viele Glasflächen und übergroße Fensterflächen. Glas hat im Gegensatz zu massiven Bauteilen einen relativ schlechten U-Wert und verliert somit auch mehr Wärme nach außen. Dafür sind die solaren Erträge die durch die Glasflächen gewonnen werden wesentlich größer. Das spart einerseits Wärme durch die thermischen Einwirkungen der Sonne und andererseits wird Strom für die Beleuchtung gespart, weil die natürliche Belichtung dadurch gefördert wird. Dazu muss gesagt werden, dass genau hier die oben angeführten Faktoren der Gebäudeausrichtung besonders ausschlaggebend sind.


Dimensionen – Knusperhäuschen oder Traumvilla

Die Größe des Gebäudes beschreibt nur bedingt die Energieeffzienz. Natürlich benötigt ein großes Haus mehr Energie als das kleinst möglichste Haus. Um effizient zu bauen sollte im Vorraus genau festgelegt werden welche und wieviele Räume tatsächlich benötigt werden. Eine Familie mit zwei Kindern benötigt nicht drei oder mehr Kinderzimmer. Somit werden unnötige Flächen, die später nicht genutzt werden, vermieden. Weiters muss für jeden Raum die ideale Größe festgelegt werden. Ein Kinderzimmer muss nicht 20m² groß sein, in der Regel sind 10 – 15 m² vollkommen ausreichend. Klingt etwas banal wird aber vielleicht genau deswegen oft unterschätzt und nicht bedacht.

Geschoße oder Räume, wie z.B. Abstell- oder Lagerräume, die nicht als Wohnbereich genutzt werden müssen auch nicht zwingend beheizt werden. Das bedeutet, das diese gegenüber beheizten Räumen thermisch getrennt werden müssen um nicht unnötig Wärme zu verlieren. Diese Räume und Bereiche müssen ebenfalls vorher in der Planungsphase definiert werden.


Baustoffe – Materialien mit Nachhaltigkeit

In der Planungsphase muss auch die Art der Bauweise festgelegt werden. Zur Auswahl stehen verschiedenste System vom Massivhaus aus Stahlbeton, dem klassischen Ziegelhaus oder diversen Holzkonstruktionen. In Sachen Nachhaltigkeit hat das Holzhaus die Nase vorne, ein Ziegelhaus glänzt aufgrund des sehr guten Feuchtigkeitsausgleich mit einem behaglichen Raumklima, das Massivhaus besitzt dafür die besten Speichereigenschaften.

Entscheident für das energieeffiziente bauen ist gesamte Außenhaut des Gebäudes. Je besser die Außenbauteile, wie Wände, Böden, Fenster, Türen und Dächer gedämmt sind, desto weniger Wärmeverluste und um so effizienter das Gebäude. Wichtig ist besonders ein qualitatives hochwertiges Wärmedämmsystem und eine professionelle Ausführung um Wärmebrücken zu vermeiden.

Bei der Wahl des Wärmedämmsystems sollte besonders auf die Nachhaltigkeit geachtet werden. Es gibt viele verschiedene und vor allem sehr gute ökologische Naturdämmstoffe wie Flachs, Hanf, Zelluloseflocken, Holzfaserdämmplatten usw. Hier sollte nicht am falschen Ende zu Lasten unserer Umwelt gespart werden.


Fazit – Energieeffizient bauen

Beachtet man diese Faktoren und plant sein Gebäude im Vorraus mit diesem Hintergrundwissen, wird mit Sicherheit eine Verbesserung der Energieeffizienz erzielt. Energieeffizient bauen muss nicht teuer und kompliziert sein. Meist bewirken die kleinen Faktoren und die persönliche Einstellung viel mehr.

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